Nutricia Wissenschaftspreis für SuSe II – die neue bundesweite Studie zum Stillverhalten

Frankfurt, 02.04.2020: Die bundesweite Studie „Stillen und Säuglingsernährung in Deutschland (SuSe II)“ gewinnt den mit 10.000 Euro dotierten Nutricia Wissenschaftspreis zur Erforschung der Muttermilch und des Stillens. Preisträger sind die Studienleiter Prof. Dr. Mathilde Kersting, Leiterin des Bochumer Forschungsdepartments Kinderernährung (FKE) sowie Prof. Dr. med. Thomas Lücke, Direktor der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Bochum.

Wie lange stillen Mütter in Deutschland und welche Faktoren stehen in Zusammenhang mit dem Stillverhalten? Wie sind die Stillbedingungen in deutschen Geburtskliniken? Fragestellungen wie diese stehen im Vordergrund der aktuellen Studie zur Erhebung von Daten zum Stillen und zur Säuglingsernährung in Deutschland (SuSe II). Sie wurde jetzt, 20 Jahre nach der Vorläuferstudie SuSe I, von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) als Teil des kommenden 14. DGE-Ernährungsberichts vorab veröffentlicht.

 

In dieser vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderten bundesweiten Querschnittserhebung wurden Daten zum Stillmanagement aus 109 Geburtskliniken erhoben. Anschließend erfolgten bei 966 dort rekrutierten Müttern weitere Befragungen zum Stillen und zur Säuglingsernährung. Dafür wurden fünf Zeitpunkte im Verlauf des ersten Lebensjahres gewählt: zwei Wochen sowie zwei, vier, sechs und zwölf Monate nach der Geburt.

 

Studienleiterin Professor Kersting resümiert über die Ergebnisse der Studie: „Unsere Ergebnisse erlauben vertiefte Einblicke in Kernelemente des Stillens und der Säuglingsernährung in Deutschland und geben neue wertvolle Ansatzpunkte zur weiteren Stärkung der Stillförderung.“

 

SuSe II zeigt gute Stillbetreuung in den Geburtskliniken

 

Die Auswertung der Daten in den Geburtskliniken zeigten ein erfreuliches Ergebnis. „Wir haben festgestellt, dass die aktuellen Empfehlungen zur Stillförderung im Krankenhaus zum großen Teil umgesetzt wurden“, berichtet Professorin Mathilde Kersting. „Insbesondere waren wir mit den strukturellen Rahmenbedingungen für das Stillen, wie die Bereitstellung von Stillbeauftragten sowie Richtlinien und Schulungen zur Stillförderung, zufrieden“. Auch die Mütter bewerteten die Stillbetreuung im Krankenhaus und die von ihnen genutzten Informations- und Beratungsangebote überwiegend positiv.

 

Hohe Stillquoten in den ersten vier Monaten trotz anfänglicher Stillprobleme

 

Mit 56 Prozent lag die Quote für ausschließliches Stillen in den ersten vier Monaten hoch, vergleichbar mit der Schweiz oder Skandinavien. Weitere 25 Prozent der Säuglinge wurden zu diesem Zeitpunkt zumindest teilweise gestillt. „Es ist erfreulich, dass die Quoten der Mütter, die in den ersten Monaten voll oder teilweise stillen, so hoch sind. Und das trotz relativ weitverbreiteter anfänglicher Stillprobleme,“ so die Studienleiterin.

 

Stillprobleme hatten etwa die Hälfte der Mütter. Subjektiv empfanden sie eine unzureichende Milchmenge als Hauptgrund für eine Stilldauer kürzer als vier Monate. Objektiv statistisch belegbar waren dagegen eine Vielzahl an Faktoren wie fehlende oder geringe Stillabsicht der Mutter, keine Stillerfahrungen bei einem früheren Kind, Verwendung eines Schnullers sowie Gabe zusätzlicher Flüssigkeit in den ersten zwei Lebenswochen, fehlende positive Einstellung des Partners zum Stillen, Kaiserschnittentbindung und Schulabschluss niedriger als (Fach-)Abitur.

 

Im Alter von sechs Monaten sank die Quote ausschließlich gestillter Säuglinge deutlich auf acht Prozent ab. Zwei Drittel der Kinder erhielten neben Muttermilch noch Säuglingsmilchnahrung sowie Beikost. Rund ein Viertel aller Kinder erhielten in diesem Alter keine Muttermilch mehr.

 

Nutricia Wissenschaftspreis zur Erforschung der Muttermilch und des Stillens

 

Entscheidende Voraussetzung für eine effektive Stillförderung sind systematisch erhobene, aktuelle und umfassende Daten zur Stillhäufigkeit und zum Stillverhalten. Daher hat das Nutricia Forum für Muttermilchforschung – eine Initiative von Nutricia Milupa – diese Forschungsarbeit mit dem Nutricia Wissenschaftspreis zur Erforschung der Muttermilch und des Stillens ausgezeichnet. Das Preiskomitee vergibt bereits im achten Jahr den mit 10.000 Euro dotierten Preis. Auch 2020 können sich bis zum 15. Oktober wieder Forscher aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz bewerben.

 

Parallel zum Nutricia Wissenschaftspreis verlieh das Nutricia Forum für Muttermilchforschung zudem den ebenfalls mit 10.000 Euro dotierten Nutricia Praxispreis zur Förderung des Stillens. Er ging dieses Jahr an die Hebammenstudentin Yvonne Gruber-Traxler aus Österreich, die eine Informationsbroschüre entwickelte, um Schwangere mit Gestationsdiabetes bereits vor der Geburt bei der Brustmassage und Vormilchgewinnung zu unterstützen. Eine Maßnahme nicht nur zur Stillförderung, sondern auch zum Schutz des Kindes und der Mutter vor späterem Übergewicht und Diabetes.

 

Link zur SuSe II-Studie: https://www.dge.de/wissenschaft/ernaehrungsberichte/14-dge-ernaehrungsbericht/

 

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(v.l.n.r.) Preisträger/in: Prof. Dr. Mathilde Kersting, Leiterin des Forschungsdepartments Kinderernährung (FKE) sowie Prof. Dr. med. Thomas Lücke, Direktor der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Bochum.

Über das Nutricia Forum für Muttermilchforschung

Das Nutricia Forum für Muttermilchforschung hat das Ziel, den wissenschaftlichen Austausch über aktuelle Muttermilchforschung zu fördern und ausgewählte Projekte in diesem Bereich zu unterstützen. Es richtet sich in erster Linie an Ärzte, Hebammen, Kinderkrankenschwestern und andere im Gesundheitsbereich aktive Personen und Organisationen. Das Forum möchte zudem einen Beitrag dazu leisten, dass durch einen solchen wissenschaftlichen Austausch die Motivation zur Stillempfehlung weiter wächst und mehr Säuglinge gestillt werden.

 

Über Nutricia Milupa

 

Nutricia Milupa hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensqualität der Menschen durch bestmögliche Ernährung zu erhöhen – in den ersten 1.000 Lebenstagen, in denen die Weichen für eine gesunde Entwicklung gestellt werden, ebenso wie in kritischen Abschnitten des Lebens mit besonderen medizinischen Anforderungen.

 

Das Portfolio umfasst zahlreiche bekannte Marken (u.a. Aptamil, Milupa, Neocate, Fortimel, Nutrison). Es reicht von Säuglingsmilchen und Breien für einen gesunden Start ins Leben über spezielle Produkte bei Frühgeburt, Gedeihstörung oder Nahrungsmittelallergien bis hin zu Trink- und Sondennahrungen zur Therapie von krankheitsbedingter Mangelernährung bei chronischen Erkrankungen, Gebrechlichkeit im Alter oder Krebs. Auch hochspezialisierte Produkte für seltene erbliche Stoffwechselstörungen zählen zum Portfolio. Seit jeweils mehr als 30 Jahren bietet Nutricia Milupa zudem mit einer speziellen Beratung für Eltern sowie einem Ernährungsteam zur medizinischen Versorgung zuhause ein einzigartiges Serviceangebot.

 

Nutricia Milupa bündelt die Kompetenzen der Nutricia GmbH und der Milupa Nutricia GmbH. Beide Gesellschaften gehören zum führenden internationalen Lebensmittelunternehmen Danone. Danone ist davon überzeigt, dass die Gesundheit der Menschen und die des Planeten untrennbar miteinander verbunden sind und verfolgt deshalb das Ziel, als eines der ersten multinationalen Unternehmen B- Corp zertifiziert zu werden. Mit mehr als 100.000 Mitarbeitern und Produkten, die in über 120 Ländern verkauft werden, erzielte Danone 2019 einen Umsatz von 25,3 Milliarden Euro. Das Portfolio umfasst neben zahlreichen regionalen auch führende internationale Marken (u.a. Actimel, Activia, Alpro, Aptamil, evian, Nutricia, Volvic).

Für weitere Informationen zur SuSe II Studie:

Prof. Dr. Mathilde Kersting

Tel.: +49 / (0) 234 509 2615

E-Mail: mathilde.kerting@ruhr-uni-bochum.de

Für weitere Informationen zum Nutricia Forum für Muttermilchforschung:

Linda Schumacher

Tel.: +49 162 245 9284

E-Mail: pressestelle@danone.com