Lebensmittelverschwendung reduzieren

Die Frage, wie wir die Verschwendung von Lebensmitteln reduzieren können, ist brandaktuell. Als verantwortlicher Teil der Lebensmittelversorgungskette arbeiten wir deshalb aktiv daran, wie wir die Verluste von Lebensmitteln effektiv reduzieren – entlang der kompletten Wertschöpfungskette.

Mit unseren One Planet Global Targets verpflichten wir uns, unsere Lebensmittelverluste bis 2025 um 50 Prozent im Vergleich zu 2016 zu reduzieren. Dabei schauen wir nicht nur auf die eigene Produktion. Die Verschwendung von Lebensmitteln wollen wir umfassend in allen Bereichen bekämpfen – von der Landwirtschaft über die Herstellung bis hin zum Groß- und Einzelhandel und den Verbrauchern. Als großes Lebensmittelunternehmen sind wir uns hierbei unserer umfassenden Verantwortung bewusst – denn diese endet nicht am Werkstor, wie schon unser ehemaliger Vorstandsvorsitzender Antoine Riboud 1972 sagte.

Landwirtschaft

Unsere beiden deutschen Molkereien in Ochsenfurt und Rosenheim werden von mehr als 300 meist kleinen und mittelständischen Milchbetrieben im regionalen Umkreis beliefert. Wir unterstützen sie in ihrer Arbeit durch fest angestellte Danone-Milcherzeugerberater, die den Milchbauern mit Rat und Tat zur Seite stehen – vom Futter bis zur Hygiene. So leisten unsere Partnerschaften einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung. Beispielsweise beraten wir unsere Milcherzeuger dabei, wie sie ihre Melksysteme hygienisch sauber und dadurch die Keimzahl in der Rohmilch unterhalb der geltenden Schwellenwerte der Milchgüteverordnung halten können. Treten doch erhöhte Keimzahlen auf, unterstützen unsere Berater die Landwirte bei der schnellen Ursachensuche und -behebung – denn jeder Hof, der eine zu hohe Belastung aufweist, wird durch das Veterinäramt von der Milchlieferung ausgeschlossen. So stellen wir gemeinsam die Qualität der Milch sicher und vermeiden Rohmilchverluste.

Auch bei der Kontrolle von Hemmstoffen, die das Wachsen von Bakterien und Kulturen verhindern und so den Fermentationsprozess hemmen, arbeiten wir eng mit den Landwirten zusammen. Sind Hemmstoffe in der Milch nachweisbar, darf sie nicht zur Produktion von Milchprodukten verwendet werden und wird entsorgt. Landwirte melden sich daher frühzeitig, wenn sie ein Hemmstoff-Problem vermuten. Somit werden im Ernstfall nur relativ geringe Chargen an Milch mit Hemmstoffen kontaminiert und weniger Milch geht verloren. Gingen im Jahr 2008 noch ca. 300 Tonnen Milch in Ochsenfurt auf diesem Weg verloren, waren es 2018 nur noch etwa 115 Tonnen. In Prozenten bedeutet dies eine Reduktion von 0,35 % auf 0,15 % der Gesamtproduktion.

Produktion

Neben unseren hohen Hygienestandards sind Achtsamkeit und hohe Professionalität erforderlich, damit in der Produktion so wenig Verluste wie möglich entstehen. Auch vermeintlich „kleine“ Änderungen haben hier große Auswirkungen. Unsere Molkerei in Ochsenfurt nutzt beispielsweise den „Molch“, um die Verschwendung von Früchten zu reduzieren. Mit dieser technologischen Lösung werden zurückgebliebene, genießbare Fruchtreste von den Wänden der Fruchttanks in die Grundmasse zurückgeführt. Pro Fruchtcontainerwechsel gelangen nun 24 kg mehr Früchte in das Produkt. Bei ca. 1.400 Fruchtcontainerwechseln kommen pro Jahr rund 33.6 Tonnen Früchte zusammen, deren Verlust wir vermeiden. Aber auch unvermeidbare Produktionsreste oder nicht mehr genießbare Produkte werden bei uns verwertet – zur Biogas-Erzeugung und als Tierfutter (nur Produktionsreste).

Um die Frische seiner angebotenen Produkte garantieren zu können, verlangt der Handel für die Belieferung eine Mindestrestfrische. Sollte ein Produkt diese Mindestrestfrische nicht mehr bieten, dann bewahren wir über sogenannte Clearance-Verkäufe die Produkte vor dem Verlust. So erhalten beispielsweise Kasernen, Gefängnisse, Krankenhäuser oder reguläre Kantinen Produkte mit auslaufender Mindesthaltbarkeit zu Sonderkonditionen. Im Jahr 2018 wurden durch Danone Clearance-Verkäufe 590 Tonnen Nahrung auf diesem Weg vor dem Verlust in Deutschland bewahrt. Ab dem Jahr 2020 fördern wir dies weiter, durch die ersten „Clearance E-Shop“ für Danone Großhändler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Aber auch Produkte, die über den Clearance-Verkauf keine Nutzung gefunden haben, gehen nicht automatisch verloren. Im Jahr 2018 spendeten wir 142 Tonnen noch genießbarer Lebensmittel an die Tafeln in Deutschland.

Reduktion von Lebensmittelverlusten im Bereich der Danone Milchfrische entlang der Produktion in Tonnen und Prozentangaben der Liefermenge an den Handel

Wir haben mit unseren Maßnahmen bereits große Erfolge zu verzeichnen. Die vermeidbaren Lebensmittelverluste, die im Bereich der Milchfrische entlang der Produktion anfallen, konnten in den vergangenen 3 Jahren bereits um mehr als 1000 Tonnen in unseren beiden Werken reduziert werden und wir sind zuversichtlich, dass diese Reduktion noch weiter ausgebaut werden kann. Oftmals sind es dabei besonders organisatorische Justierungen oder andere kleine Änderungen, die große Auswirkungen haben können. Mehrere kleine Schritte ergeben so oftmals einen großen Schritt. Unser Ziel ist: bis zum Ende des Jahres 2020 wollen wir in Deutschland eine weitere Reduktion auf 0,17% erreichen.

Handel

Vor der Lieferung eines Danone-Produkts an den Handel stehen große logistische Herausforderungen. Die Vorabklärung, wie viele Produkte in eine Verkaufseinheit, in den Karton und in das Supermarktregal kommen, trägt maßgeblich zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten bei. Um die Lieferfähigkeit der Produkte sicherzustellen, wurde bei Vermarktungskampagnen bisher eine größere Anzahl an Produkten produziert als letztlich vom Handel benötigt. Dank der verstärkten und transparenten Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel ist es uns gelungen, in Abstimmung mit den Händlern deren tatsächlichen Bedarf zu bestimmen.

Gemeinsam klären wir nun vor der Belieferung konkret, welche Produkte etwa für Vermarktungen geeignet sind und in welchem Zeitrahmen die Märkte beliefert werden sollen. Mit einer passgenauen Produktion und einem besser auf den Händler zugeschnittenen Anlieferdatum schaffen wir eine höhere Planungssicherheit, reduzieren Überproduktionen und ermöglichen die abgestimmte Produktion und Anlieferung – und damit längere Frische der Produkte im Einzelhandel. Jeder Markt erhält unterschiedlich zusammengestellte Paletten unserer Produkte, die gewährleisten sollen, dass eine größtmögliche Anzahl an Produkten verkauft und nur wenige Artikel als Abschriften verbucht werden. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel konnten wir unsere Lebensmittelverluste in den Jahren 2017–2018 bereits um 1,5 % der Gesamtmenge reduzieren.

Verbraucher

Auch der Verbraucher spielt eine wichtige Rolle im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung. Entscheidend ist hier das gesetzlich vorgeschriebene Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD), das oft falsch verstanden und von Verbrauchern als Ablaufdatum interpretiert wird.

Dabei bezieht sich die Angabe des MHD auf den Zeitpunkt, zu dem Lebensmittel garantiert mindestens noch haltbar sind. Wir sehen hierfür zwei Lösungsansätze: Zum einen wollen wir die Haltbarkeit unserer Produkte verlängern. Zum anderen werden wir gemeinsam mit dem Handel transparent über die oftmals längere Haltbarkeit von Lebensmitteln aufklären. Das ist für uns nicht nur Teil unseres Engagements gegen Lebensmittelverschwendung, sondern auch Teil unserer verantwortungsvollen Produktion. Als Ergebnis unserer Qualitätssteigerung in der Produktion und dank besserer Abläufe in der Logistik konnten wir das MHD bei bestimmten Danone-Produkten (Dany Sahne, Actimel oder Activia) um 4 bis 5 Tage verlängern und so die Zahl an Lebensmittelabfällen erheblich reduzieren. Hier sind wir jedoch noch nicht am Ende unseres Weges. Wir sind überzeugt: Nur durch die gezielte Aufklärung zum MHD können Verbraucher informierte Entscheidungen vor dem Supermarktregal und dem eigenen Kühlschrank treffen und die Haltbarkeit ihrer erworbenen Produkte verstehen. Als offizieller Partner der „Oft länger gut“-Kampagne von Too Good To Go, unterstützt Danone die größte nationale Kampagne und eine bundesweite Zusatzerklärung zum MHD, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Mithilfe eines zusätzlichen Aufdrucks erfahren Verbraucher so auf den ersten Blick, dass ihre erworbenen Lebensmittel „Oft länger gut” sind und eine individuelle Prüfung des Produkts oft den Verlust von noch genießbaren Lebensmitteln vermeiden kann.

"Die 'Oft länger gut'-Kampagne von Too Good To Go passt perfekt zu unserer Unternehmensvision: Danone, One Planet. One Health. Wir glauben daran, dass die Gesundheit der Menschen mit einem „gesunden“ Planeten eng verknüpft ist. Dieser Ansatz ist seit langem in der DNA von Danone verankert und spiegelt sich in unserem umfassenden Engagement für unsere Umwelt und Gesellschaft. Lebensmittelverschwendung ist für uns nicht akzeptabel – das gilt nicht nur aus ökonomischer, sondern auch aus ethischer und ökologischer Perspektive. Deshalb setzt Danone sich weltweit das Ziel, bis 2025 die Lebensmittelverluste um 50 % entlang der gesamten Danone-Wertschöpfungskette zu reduzieren. Die 'Oft länger gut'-Kampagne ist ein wichtiger Baustein im Rahmen unserer Aktivitäten gegen Lebensmittelverschwendung."

- Sina Kneis, Head of Sustainability Danone DACH

Gemeinsam mit Too Good To Go testet Danone Österreich zusätzlich zur „Oft länger gut“-Kampagne aus, Lebensmittel zu retten, die es trotz diverser Maßnahmen zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung nicht mehr in den Handel geschafft hätten. Aufgrund zu kurzer MHDs können einige Danone Produkte über „Too Good To Go“ direkt in Wien abgeholt und so vor dem Wegwerfen bewahrt werden.

 

Gemeinsam mit der Wiener Tafel entwickelte Danone Österreich das „Wiener Tafel-Sensorik Labor“ – eine Initiative, die sich für einen achtsameren Umgang mit Lebensmitteln stark macht. Diese interaktive Workshop-Reihe richtet sich gezielt an Jugendliche. Denn diese zeigen laut einer vorangegangenen Studie im Vergleich zu allen anderen Altersgruppen eine höhere Bereitschaft, Lebensmittel zu entsorgen. Bei diesen ‚Bewusstseinsworkshops‘ geht es neben der Wissensvermittlung über die richtige Handhabung von Lebensmitteln und der Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums vor allem auch um die Schulung der eigenen Sinne. Wir setzen uns mit dieser Initiative für mehr Aufklärung im Bereich Food Waste ein und möchten junge Menschen für dieses wichtige Thema sensibilisieren. So lernen die Jugendlichen beispielsweise bei einer professionellen Joghurtverkostung die unterschiedlichen Frischestadien von Joghurt kennen oder erfahren in dem praktischen Modul „Richtig eingeräumt“, welchen Einfluss das richtige Anordnen von Lebensmitteln im Kühlschrank auf die Haltbarkeit haben kann.

Wir stellen „Wings of Help - Luftfahrt ohne Grenzen e. V.“ seit nun fast 15 Jahren Nahrung für Kinder, Schwangere und stillende Mütter zur Verfügung – unser Beitrag zur Unterstützung medizinischer und humanitärer Hilfsaktionen und Katastropheneinsätze. Für Menschen in Not und Armut in aller Welt spendeten wir in den letzten Jahren medizinische Trink- und Sondennahrung sowie Medizinprodukte. Diese helfen dabei, Nährstoffdefizite bei Menschen in prekären Ernährungssituationen in Krisengebieten auszugleichen. Zudem unterstützen MitarbeiterInnen von Danone im Rahmen von engagierter Freiwilligenarbeit („Danone Volunteering“) die Hilfsorganisation an ihrem Sitz am Frankfurter Flughafen bei der Vorbereitung von Hilfslieferungen.

Wir unterstützen außerdem in Kooperation mit der „Association Persis Valais“ die medizinische Akutversorgung notleidender, mangelernährter Kinder im Medizinisch-Pädiatrischen Zentrum CMPP, Centre Médical Pédiatrique Persis (CMPP) in Ouahigouya, Burkina Faso. Da spezielle Ernährungssonden für Kinder dort nur schwer erhältlich sind, stellen wir die Sonden als Spende zur Verfügung. Mit der „Association Persis Valais“ und dem „CMPP“ verbinden wir eine langjährige und enge Beziehung, die neben finanzieller Hilfe und Produktspenden auch persönliche Schulungen des Personals vor Ort durch medizinisches Fachpersonal von Danone beinhaltet.