Lebensmittelverschwendung reduzieren

 

Die Frage, wie wir die Verschwendung von Lebensmitteln reduzieren können, ist brandaktuell. Als verantwortlicher Teil der Lebensmittelversorgungskette arbeiten wir deshalb aktiv daran, wie wir die Verluste von Lebensmitteln effektiv reduzieren – entlang der kompletten Danone-Wertschöpfungskette. 

Unsere Ziele

Mit unseren One Planet Global Targets, ausgerichtet an die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung, verpflichten wir uns, unsere Lebensmittelverluste bis 2025 um 50 Prozent im Vergleich zu 2016 zu reduzieren. Auf DACH-Ebene haben wir uns das Zwischenziel gesetzt, bis Ende 2021 eine Reduzierung um 30 Prozent zu erreichen (ebenfalls im Vergleich zu 2016) und analysieren unsere Fortschritte quartalsweise. Dabei berücksichtigen wir unseren ureigenen Verantwortungsbereich und reduzieren unsere Verluste von der Produktion bis hin zur Auslieferung. Darüber hinaus behalten wir auch die gesamte Wertschöpfungskette im Blick und initiieren Projekte zur Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. 

Ziele zur Reduktion von Lebebnsmittelverschwendung

Wir wollen den Verlust und die Verschwendung von Lebensmitteln umfassend in allen Bereichen bekämpfen – von der Landwirtschaft über die Herstellung bis hin zum Groß- und Einzelhandel und den Verbrauchern. Auch durch den Aufbau von starken Partnerschaften und Branchenvereinigungen versichern wir, dass unsere Ziele zur Realität werden. Denn bei Danone sind wir überzeugt: nur wenn wir alle zusammenarbeiten, kann unser globales Foodwaste Problem auch beseitigt werden.

Als großes Lebensmittelunternehmen sind wir uns hierbei unserer umfassenden Verantwortung bewusst – denn diese endet nicht am Werkstor, wie schon unser ehemaliger Vorstandsvorsitzender Antoine Riboud 1972 sagte.

Massnahmen zur Reduktion von Food Waste

Unsere Molkerei in Ochsenfurt wird von mehr als 90 meist kleinen und mittelständischen Milchbetrieben im regionalen Umkreis beliefert. Wir unterstützen sie in ihrer Arbeit durch fest angestellte Danone-Milcherzeugerberater, die den Milchbauern mit Rat und Tat zur Seite stehen – vom Futter bis zur Hygiene. So leisten unsere Partnerschaften einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung.

Landwirtschaft

Beispielsweise beraten wir unsere Milcherzeuger dabei, wie sie ihre Melksysteme hygienisch sauber und dadurch die Keimzahl in der Rohmilch unterhalb der geltenden Schwellenwerte der Milchgüteverordnung halten können. Treten doch erhöhte Keimzahlen auf, unterstützen unsere Berater die Landwirte bei der schnellen Ursachensuche und -behebung – denn jeder Hof, der eine zu hohe Belastung aufweist, wird durch das Veterinäramt von der Milchlieferung ausgeschlossen. So stellen wir gemeinsam die Qualität der Milch sicher und vermeiden Rohmilchverluste.

Auch bei der Kontrolle von Hemmstoffen, die das Wachsen von Bakterien und Kulturen verhindern und so den Fermentationsprozess hemmen, arbeiten wir eng mit den Landwirten zusammen. Sind Hemmstoffe in der Milch nachweisbar, darf sie nicht zur Produktion von Milchprodukten verwendet werden und wird entsorgt. Landwirte melden sich daher frühzeitig, wenn sie ein Hemmstoff-Problem vermuten. Somit werden im Ernstfall nur relativ geringe Chargen an Milch mit Hemmstoffen kontaminiert und weniger Milch geht verloren. Gingen im Jahr 2008 noch ca. 300 Tonnen Milch in Ochsenfurt auf diesem Weg verloren, waren es 2018 nur noch etwa 115 Tonnen. In Prozenten bedeutet dies eine Reduktion von 0,35 % auf 0,15 % der Gesamtproduktion.

Produktion

Neben unseren hohen Hygienestandards sind Achtsamkeit und hohe Professionalität erforderlich, damit in der Produktion so wenig Verluste wie möglich entstehen. Auch vermeintlich „kleine“ Änderungen haben hier große Auswirkungen. Unsere Molkerei in Ochsenfurt nutzt beispielsweise den sogenannten „Molch“, vorstellbar als ein riesiger Teigschaber, um die Verschwendung von Früchten zu reduzieren.

Mit dieser technologischen Lösung werden zurückgebliebene, genießbare Fruchtreste von den Wänden der Fruchttanks in die Grundmasse zurückgeführt. So können nun pro Fruchtcontainerwechsel 24 Kilogramm mehr Früchte für die Produkte verwendet werden. Bei ca. 1.400 Fruchtcontainerwechseln kommen pro Jahr rund 33.6 Tonnen Früchte zusammen, deren Verlust wir vermeiden. Aber auch unvermeidbare Produktionsreste oder nicht mehr genießbare Produkte werden bei uns verwertet – zur Biogas-Erzeugung und – wenn vertretbar - als Tierfutter. 

Um die Frische seiner angebotenen Produkte garantieren zu können, verlangt der Handel für die Belieferung eine Mindestrestfrische. Überschüssige genießbare Produkte, die aufgrund eines kurzen Mindesthaltbarkeitsdatums nicht an den Handel gehen können, werden über unseren Sekundärmarkt der Clearance-Verkäufe an Großabnehmer wie Kasernen, Krankenhäuser oder andere Kantinen verkauft. 

Zu Gut für die Tonne Auszeichnung
Zu gut für die Tonne

Dies ist nun für unsere Großkunden auch digital über unsere Clearance Sales Onlineshops möglich – in Deutschland seit Mai 2020 und in Österreich seit Juli 2020. Über diese Verkaufskanäle bieten wir exklusiv Produkte mit einer kürzeren Mindestrestfrische zu vergünstigten Konditionen an. Durch unsere Clearance Sales Onlineshops konnten wir 2020 bereits 30% mehr Danone Produkte vor dem Verlust retten. 2021 wurde unser E-Shop vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit dem “Zu gut für die Tonne” Bundespreis in der Kategorie Digitalisierung ausgezeichnet.  

Zusätzlich spenden wir Danone-Produkte mit einem verkürzten Haltbarkeitsdatum an die Tafeln, wo sie an hilfsbedürftige Menschen verteilt werden können. Im Jahr 2020 haben wir im gesamten DACH-Raum über 500 Tonnen an noch genießbaren Lebensmitteln an gemeinnützige Vereine gespendet. Neben den Tafeln in Deutschland spenden wir auch an die Tafeln in Österreich und in der Schweiz. Zusätzlich arbeiten wir mit der Tafel Deutschland seit Jahren eng und erfolgreich zusammen und unterstützen die Entwicklung einer effizienten, digitalen Online-Spendenplattform.

Handel

Großes Potenzial bei der Reduktion von Lebensmittelverschwendung steckt in der gemeinsamen Mengenplanung mit dem Handel. Durch mehr Planungssicherheit beispielsweise bei Promotion-Aktionen oder der Einführung von Neuprodukten kann Danone besser einer Überproduktion vorbeugen.

Die engere Abstimmung mit den Händlern, unter anderem durch eine sogenannte Portfolioanalyse und gemeinsames Vorausplanen (Joint Forecasting), ermöglicht eine passgenaue Produktion und zeitliche Anlieferung der Produkte, was eine längere Frische im Einzelhandel zur Folge hat. Insbesondere die gemeinsame Planung mit End-to-End Smart Planning unter Einbezug von extern verfügbaren Informationen in die durch Algorithmen gestützte Mengenplanung ist ein spannendes Entwicklungsfeld in der Zusammenarbeit mit dem Handel.

Verbraucher

Auch Verbraucher spielen eine wichtige Rolle im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung. Einer der Hauptauslöser für weggeworfene Produkte ist das gesetzlich vorgeschriebene Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD), das oft falsch verstanden und von Verbrauchern als Ablaufdatum interpretiert wird.

Dabei bezieht sich die Angabe des MHD auf den Zeitpunkt, zu dem Lebensmittel garantiert mindestens noch haltbar sind. 

Wir sehen für dieses Problem zwei Lösungsansätze:

  1. Die Haltbarkeit unserer Produkte verlängern.
  2. Gemeinsam mit dem Handel und anderen Partnern transparent über die oftmals längere Haltbarkeit von Lebensmitteln aufklären. 

Wir sind überzeugt: Nur durch die gezielte Aufklärung zum MHD können Verbraucher*innen informierte Entscheidungen vor dem Supermarktregal und dem eigenen Kühlschrank treffen und die Haltbarkeit ihrer erworbenen Produkte verstehen.

Als offizieller Partner der „Oft länger gut“- Kampagne von Too Good To in Deutschland, Österreich und der Schweiz wollen wir zur Aufklärung von Missverständnissen im Zusammenhang mit dem MHD beitragen. Der Aufdruck des Hinweises “Oft länger gut” nahe des MHDs soll länderübergreifend für weniger Lebensmittelverschwendung sorgen und zu einem bewussteren Umgang mit Lebensmitteln anregen.

Sina Kneis über Lebensmittelverschwendung
Lebensmittel sind oft länger Gut

Mithilfe des zusätzlichen Aufdrucks auf der Produktverpackung werden Verbrauchern darauf aufmerksam gemacht, dass die von ihnen erworbenen Lebensmittel „oft länger gut” sind und ein individuelles Prüfen des Produkts (Schauen, Riechen, Probieren) die unnötige Verschwendung von noch genießbaren Lebensmitteln vermeiden kann.

Gemeinsam mit Too Good To Go tragen wir so dazu bei, Lebensmittelverschwendung in den eigenen vier Wänden nachhaltig zu reduzieren und Essen vor einem unnötigen Wegwerfen zu retten. Der “Oft länger gut”-Hinweis ist mittlerweile auf unserem gesamten Activia Milchprodukte-Sortiment zu finden.

Neue DACH Food Waste Studie von Danone und Too Good To Go: Untersuchung der Lebensmittelverschwendung bei Konsument*innen

Neue DACH Food Waste Studie von Danone und Too Good To Go: Untersuchung der Lebensmittelverschwendung bei Konsument*innen

Gemeinsam mit Too Good To Go in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat Danone 2021 eine Studie zum Thema Lebensmittelverschwendung bei Konsumenten durchgeführt.

Der besondere Fokus auf den gesamten DACH-Raum setzt die Studie und deren Ergebnisse von bisher publizierten Food Waste Studien ab. Untersucht wurden u.a. die Gründe für das Wegwerfen von Lebensmitteln, die am häufigsten weggeworfenen Produktgruppen, die Rolle des Mindesthaltbarkeitsdatums sowie gewünschte Lösungsansätze und Maßnahmen aus Sicht der Konsument*innen.

Die Studie dient als Ansatzpunkt für Danone und Too Good To Go, um weitere Lösungen zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten zu entwickeln und Konsument*innen bestmöglich zu unterstützen, damit in Zukunft noch mehr Lebensmittel da landen, wo sie hingehören: auf den Teller und nicht im Müll.

Weitere Initiativen im Bereich Lebensmittelverschwendung 

  • Weitere Informationen zu Danones Engagement gegen Lebensmittelverschwendung